Anker Steinbaukästen
1880 begann der Unternehmer Friedrich Richter im thüringischen Rudolstadt mit der Herstellung von Steinbaukästen, nachdem er die Erfindung dieser Art Baukästen von den Brüdern Otto und Gustav Lilienthal erworben hatte. Waren es anfangs vor allem Holzbaukästen, die als pädagogisch wertvolles Spielzeug für Kinder empfohlen wurden, gelangten nun die ersten Baukästen mit echten Sandsteinen auf den Markt.

Die Steine wurden in verschiedenen Farben aus Sand, Kreide und Leinölfirnis hergestellt. Ausgehend von den elementaren Formen des Würfels fertigte Richter im Laufe der Jahre ca. 400 verschiedene Baukästen mit 1200 unterschiedlichen Steinformen. Die Steine konnten einzeln bei der Firma nachbestellt werden. Wesentlich für den Erfolg war die Entwicklung eines Ergänzungssystems. Die Grundkästen, die sich auch Familien mit kleinem Einkommen leisten konnten, ließen sich durch zusätzliche Ergänzungskästen aufstocken, die ebenfalls erschwinglich waren. Allen Kästen lagen genaue Baupläne und Einpackbaupläne bei. Orientierten sich diese Baupläne anfangs an der Stilepoche der Gründerzeit, kamen später neue Stile hinzu, die auf ihre Weise die Entwicklung der Architektur widerspiegeln. Durch Sonderkästen und Metallteile wurde das Sortiment immer aktualisiert.

Bis 1964 wurden in Thüringen noch Steine und Kästen produziert. Ab 1999 versuchen Nachfolgeunternehmen die Idee wieder zu beleben und stellen neue Steine her.
Lyck 34 - Sondereinpackvorlage Lyck 34
Schon 5 Tage vor dem diesjährigen Berliner Treffen der Ankerfreunde verdichteten sich unsere Vermutungen, dass wir in dem großen Vorratsschrank, den uns die Witwe von Georg Plenge über-lassen hatte, etwas Besonderes entdeckt hatten. Zunächst waren wir jedoch mit der Vorbereitung und Durchführung des Treffens beschäftigt und daher wurde beschlossen " kein Sterbenswörtchen" von der möglichen Sensation an die Öffentlichkeit zu geben. Also geheime Verschlusssache, bis wir eindeutige Beweise hätten. In 10 der 60 Schubfächer machten wir zufällig eine sonderbare Entdeckung. Es fiel uns auf, dass bei bestimmten, markanten Steinformen die Mengen mit der Anzahl in einem kompletten Lyck 34 über-einstimmte. Die Verteilung innerhalb dieser 10 Fächer stimmte aber keinesfalls mit den bekannten Einpackvorlagen der Kästen 6-32 B überein. Nun war unsere Neugier geweckt und unsere Detektivarbeit begann. Vorsichtig begannen wir den kompletten Bestand in den Fächern zu erfassen. Wobei größte Sorgfalt darauf verwendet wurde, die Lage der einzelnen Steine zu dokumentieren. Auch war nicht zu erkennen, wo Steine in Doppel- oder Viererlage eingepackt waren. Erschwerend kam hinzu, dass es doch kleine Abweichungen in den Mengen und Sorten gab. Diese entfernten wir zunächst, um sie dann später durch die originale Bestückung wieder zu ersetzen. Eine sehr anspruchsvolle und zeitaufwendige Arbeit. Schlussendlich stand dann zweifelsfrei fest, dass diese 10 Tabletts mit den 3851 Steinen nach einem bisher unbekannten Muster eingeräumt wurden. Da offensichtlich weder Georg noch seine Frau Maja von diesem Fund Kenntnis hatten, nehmen wir an, dass diese Sortierung von einem unbekannten, früheren Sammler oder sogar auf Veranlassung der Fabrik erfolgt ist. Gegen letztere Vermutung spricht jedoch der bekannte Ordnungssinn des Firmenmarketings, die dann sicher auch passende Einpackvorlagen gefertigt hätten.

Wir haben nun für alle Interessierten sowohl eine Fotodokumentation mit allen 10 Tabletts, aber natürlich auch jedes einzelnen erstellt und werden versuchen, sie im MLB und im Forum zu veröffentlichen. Ganz sicher werden nun noch mehr Mitglieder des CvA den Wunsch verspüren, uns und diese Attraktion in Spandau zu besichtigen. Wir würden uns darüber sehr freuen.

Artikel vom 01.07.2019



Diese Links habe ich für Sie zusammengestellt, damit Sie detailierte Informationen zum Ankerstein abrufen können:
www.clubvanankervrienden.nl
www.ankerstein.org
www.ankerstein.de
Ankerstein Center
Ankerstein.ch Aktuell
Spandaus schönste Seiten